Projekt Hool Werkstätten und Kostümfundus

In den Werkstätten der Bühnen Köln

Unsere Klasse, die 7b, darf an einem Projekt teilnehmen. Wir dürfen hinter die Kulissen des Schauspielhauses gucken. Mit Herrn Rohde entdeckten wir nicht nur, wie das Bühnenbild gefertigt wird oder wo die kostbaren Kostüme, die teils noch aus den 50er Jahren sind, aufbewahrt werden, sondern auch, wie die Schauspieler arbeiten bzw. sich vorbereiten. Diese interessanten Einblicke wollen wir mit Ihnen teilen. Am Mittwoch, den 15. November 2017, besichtigten wir schon die verschiedenen Werkstätten, die das Bühnenbild anfertigen oder die Schauspieler einkleiden.

 

Malsaal

Im Malsaal wurden Holzwände mit gekonnten Pinselstrichen so bemalt, dass es aussah, als wäre es eine alte, verwitterte Fabrikmauer. Oder Holzklötze wurden plötzlich zu Baumstämmen. Doch auch Gemälde wurden gemalt: Da Vinci hätte es nicht besser gekonnt. 😉 Unten rechts sieht man ein Haus, das gerade für das Bühnenbild von HOOL angemalt wurde.
Lina Walter, Maite Fresia, Emily Faxel

 

Plastikerwerkstatt

Von der Malerei ging es dann auch schnell zur Plastikerwerkstatt. Diese Kunst war eine der sehr beeindruckend! Vor allem ein großer Schädel fiel ins Auge, anscheinend ein Bauarbeiter, dessen eine Gesichtshälfte aus einem Skelett bestand – wir stutzten. Er war doch aus Metall, er gehörte doch zur Schlosserei? Doch Herr Rohde klärte uns auf: Der Riesenkopf war nur geschickt angemalt und eigentlich aus reinem Styropor!
Lina Walter, Maite Fresia, Emily Faxel

 

Schreinerei

Die Schreinerei (Holzabteilung) stellt alles her, was aus Holz ist. Aus Holz werden viele Grundgestelle des Bühnenbildes gemacht, z. B. das Grundgestell des Boxrings für HOOL. Wenn die Bretter aus dem Baumarkt nicht lang genug sind, werden frische Bäume gefällt und in die Schreinerei geliefert. Das Holz wird dort verarbeitet und genau zugeschnitten. Nachdem das Holz bearbeitet wurde, kommt es in den Malsaal.

 

Schlosserei

Danach bewunderten wir die Künste der Schlosser, hier wurden nicht nur kleine Schlüssel – sondern auch große Leitern angefertigt.

 

 

 

 

 

 

 

Dekoabteilung

In der Dekoabteilung werden die Teile des Bühnenbilds für die Theaterstücke angefertigt, die aus Stoff oder ähnlichem Material sind. Sofort fallen die vielen Nähmaschinen auf, die benötigt werden, um z. B. Gardinen oder Vorhänge zusammen zu nähen. Für das Theaterstück “HOOL” wurde außerdem ein selbst gemachter Boxring angefertigt. Bevor der Boxring in die Dekoabteilung kam, war er in der Schlosserei und in der Schreinerei, dort wurden die Metall- und die Holzteile gebaut. In der Dekoabteilung wurde der harte Boden des Boxrings dann mit einem Stück Schaumstoff überzogen. Über diesen Schaumstoffboden wurde dann eine graue LKW-Plane gelegt. Falls ein Schauspieler fällt, tut es nicht so weh.

 

 

 

 

Kostümfundus 

Zuletzt gingen wir in den Fundus, ein Traum für Mädchenherzen … was gut ist, denn wir sind 24 Mädchen in der Klasse. Doch auch die Jungen durften staunen; ein Ballkleid in der Herrenabteilung? Wieder ein Irrtum? Nicht ganz, es gehörte tatsächlich ohne Trickserei in die Männermodeabteilung. Das erklärte auch die erstaunliche Größe des Kleides. Es war für einen Mann angefertigt. So viele Kleider sah wahrscheinlich niemand von uns. Eine Vielzahl von Unikaten, die weder H&M oder Zara aufbringen könnten. Geduldig warteten unsere Lehrerinnen wie wir uns aufgeregt durch die Kleiderstangen bahnten. Ein Kleid blieb uns besonders im Gedächtnis: ein Kleid von 1957! Es war einst das Kleid eines Gläubigen und leider schon etwas herunter gekommen. Doch dann endete unser Ausflug. Schweren Herzes ließen wir die Kleider hinter uns und folgten unseren Lehrerinnen nach draußen.
Lina Walter, Maite Fresia, Emily Faxel

Der historische Fundus umfasst ca. 35 000 Kostüme. Jedes einzelne Kostüm ist handgefertigt und aus hochwertigen Materialien genäht.
Von Igelkostümen über Indianerschmuck bis hin zu Polizeiuniformen kann man dort alles finden, was man für ein Theaterstück oder eine Oper braucht (Abb. 1 und 2).
Die Kostüme sind nach Männer-, Kinder- und Frauenkostümen sortiert. Auf der einen Seite hängen die Männer- und Kinderkostüme und auf der anderen Seite die der Frauen. Die Kostüme werden außerdem nach dem Datum, wann das Stück aufgeführt wurde, geordnet. Das älteste ist von 1956 (Abb. 3). Es ist das Kostüm für einen Heiligen. Wenn ein Kostüm, oder ein Teil davon, nochmal für eine Vorstellung gebraucht wird, suchen es die Assistenten aus dem Fundus heraus und in der Schneiderei wird es genau passend für den jeweiligen Darstellers gemacht.
Manchmal kann es vorkommen, dass ein Mann in die Rolle einer Frau schlüpft und umgekehrt. Wenn der Schauspieler z. B. ein Kleid tragen soll, wird dieses genauso abgeändert, dass es ihm passt.