Rassismuskritischer Projekt-Unterricht auf dem Wiener Platz

MWagener/ September 1, 2020/ Schulleben


“Rechte haben keine zukunftsträchtigen Programme, Rechte haben eine Vergangenheit, die sie sich zurechtlügen“. 

Unter diesem Motto gestaltete Kein Veedel für Rassismus Mühlheim zum vierten Mal in diesem Kommunalwahlkampf die Wahlkampfbegleitung auf dem Wiener Platz.

Unterstützt wurden sie dieses Mal von Schülerinnen und Schülern des Mülheimer Hölderlin-Gymnasiums. 

Die Schüler*innen ließen sich bei einer Rassismuskritischen Schulstunde über die Schulter blicken.

Das Hölderlin-Gymnasium, seit Jahren Mitglied des Netzwerks “Schule ohne Rassimus – Schule mit Courage“, hat nicht nur Erfahrung in dieser Art der Unterrichtsvermittlung, sondern diese ist auch im Schulprogramm festgeschrieben.

Ältere Schüler*innen fungieren als Tutoren und leiten die jüngeren Jahrgänge an, sich spielerisch mit Rassismus und dem Widerstand, auch in sich selbst, auseinanderzusetzen.

Es machte Freude und war hochinformativ, den Jugendlichen, die in ihrer Freizeit auf dem Wiener Platz waren, zuzusehen, wie sie dem Publikum Beispiele aus ihren regel-mäßig stattfindenden rasssismuskritischen Projekttagen nahebrachten.

Schüler*Innen des Hölderlin Gymnasiums nach dem Rassismuskritischen Unterricht 

Neben vielen Gesprächen, die sich um Alltagsrassimus aber auch den Kommunalwahl-kampf drehten, las  Marco Sejdicwieder zwei eigene Gedichte in Romanes vor, zeigte Bilder aus dem Leben der Roma und machte so Werbung für sein Projekt, ein Museum über die Geschichte der Roma, dass in Mülheim entstehen soll.

Eingerahmt wurde all dies, durch drei Kölner Bands, die nicht nur gute Laune verbreiteten, sondern auch durch ihre Texte für Nachdenklichkeit sorgten.

Die Stadtrebellen begannen mit einem einstündigen Konzert. Sie waren voller Spiel-freude, nach eigenen Angaben, froh nach dem kulturellen Lockdown wieder vor Publikum auftreten zu können.

Von den Stadtrebellen waren eigene Songs, aber auch Klassiker aus vergangenen “ARSCH HU“- Gigs zu hören. Band und Publikum feierten “op kölsche Art“ auch die Fahnenaktion von KVfR.

Das letzte Konzert des gestrigen Samstags gestaltete die Band “Buntes Herz“ um den ehemaligen HÖHNER- Schlagzeuger Janus Fröhlich. Die Band, die aus geflüchteten Musikern und ihren deutschen Bandkollegen besteht, brachte eine spannende Melange aus rockigen und arabischen Klängen, Texten aus dem Problem- aber auch Freudenfeld von Integration und gesellschaftlicher Reflexion zu Gehör.

Als dann auch noch, für zwei gemeinsame Songs “Microfon Mafia“ die Bühne betraten, war kein Halten mehr. Rossi Pennino und Kutlu Yurtseven, spielten unter anderem das Mottolied der Aktion “elftausend Fahnen“ von KVfR.

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